Spargelzeit an der Costa Brava
Anders als in Deutschland ist nicht der Frühsommer, sondern die ersten Frühlingstage Spargelzeit in Katalonien. Dann treiben die stacheligen Spargelpflanzen, die auf jeder Brachfläche wie Unkraut wuchern, ihre ersten zarten Triebe – und die sind eine wahre Delikatesse. Man pflückt sich beim Sonntagsnachmittagsspaziergang eine Hand voll und kann daraus köstliche Gerichte zubereiten.
Das gebräuchlichste wohl Gericht ist die Truita de Esparrecs: Man wäscht den Spargel, entfernt die holzigen Enden und schneidet ihm in ungefähr 2 cm lange Stücke. Man lässt etwas Olivenöl in der (antihaft-beschichteten) Pfanne warm werden ( wenn es raucht, ist es verbrannt) und brät den Spargel darin ein paar Minuten an. Dann gießt man 3-4 verquirlte und gesalzen Eier über den Spargel und lässt sie stocken. Dazu muss die Hitze möglichst gering sein, sonst verbrennt sie die Unterseite des Fladens, ehe die Eier komplett gestockt sind. Wenn die Masse einigermaßen fest geworden ist, stülpt man einen großen Teller über die Pfanne und dreht sie um, so dass die Eier-Spargel-Masse auf dem Teller zu liegen kommt; jetzt kann man sie mit der nicht gekochten Seite vorsichtig in die Pfanne gleiten lassen und sie zu Ende garen; das dauert kaum mehr als 2 Minuten. Dazu passt gut ein kräftiges Landbrot und ein Rotwein.
Mein persönliches Lieblingsrezept: warmer Spargelsalat. Den Spargel wie oben beschrieben säubern und vorbereiten und dann mit ordentlich fein gehacktem Knoblauch in der Pfanne anbraten. Währenddessen eine Salattomate in Scheiben schneiden und auf einem Teller anrichten. Wenn der Spargel durch ist (gebräunt aber noch knackig) Auf den Tomaten anrichten und mit einer Vinaigrette aus Olivenöl, Balsamico-Essig, Salz und Pfeffer beträufeln.
Diese Rezepte kann man ohne weiteres auch mit frischem grünen Zuchtspargel zubereiten, mit weißem Spargel funktionieren sie nicht, er ist nicht intensiv genug im Geschmack.
